Das Mühlrad - Idee & Ziel

Graphic Novel als satirische Streitschrift

Das Mühlrad zu schreiben und zu visualisieren basierte auf keiner schöngeistigen Idee von Lyrik oder Prosa, verstand sich auch nicht als der österreichische Versuch, Struppi, Asterix oder Superman Paroli zu bieten, noch war es dem Musenkuss geschuldet, der irdische Trivialität zu sphärischen Höhenflügen verleitet. Nein. Leider. Nichts davon. Schade. Es war uns einfach nur wichtig. 

Es stellte sich uns nämlich die Frage: Was tun in einer Welt, die aus dem Takt gerät? Mitschunkeln oder kontrapunktieren? In der Loge bleiben, die eigene Fußfreiheit und das Spektakel aus der Ferne genießend oder sich erheben? Sich in den ganzen Schlamassel hineindeklamieren und das auch noch mit Witz?

Das Mühlrad – Idee & Ziel

Es war 2020, eine Pandemie beweist in ihrer schlichten „Grauslichkeit“, wie fragil der Demos wirklich herrscht. Weltverschwörungstürme werfen ihre Schatten auf den simplen Hausverstand, Politik entpuppt sich als ein lautstarker Gipfelsturm des Mount Dümmlich und in Nachbars Garage gibt es, neben Bier und Tschigg, nun plötzlich auch noch Durchblick. Na aber jetzt, raus aus der Komfortzone, rein ins muntere Gemetzel der Abermillionen Virusexperten und -innen, hinunter in den Abgrund der geheimen Eliten gewappnet mit dem uns glücklicherweise exklusiv zugetragenen Wissensvorsprung: Darth Vader war in Wirklichkeit ein Südtiroler Edelvernatschproduzent, der nach seiner erfolgreichen Geschlechtsumwandlung  …

das muehlrad entstehungsprozess

Das Mühlrad als Allegorie des immer Gleichen

Nein, leider, nicht einmal das, nicht einmal der kleinste Wissensvorsprung ward uns gegeben. Wir hatten nur eines, nämlich den Entschluss: „Wir tun etwas!“ und überlassen weder dem rechten Kick noch den linken Wagenknechten das Monopol der Weltendeutung. Keine intellektuelle Streitschrift, kein hipper Podcast. Satire soll es sein. Einfach soll es sein. Haptisch soll es sein. Ja dann also – warum nicht ein Graphic Novel?

Zuerst wurde in der Vergangenheit gewühlt, Camus‘ „Die Pest“ gelesen, das Mittelalter studiert. Und da war sie, die Idee der Blaupause. Wie sehr ähneln sich die Dinge eigentlich? Wie sehr wiederholen sie sich sogar? Dann die wirklich niederschmetternde Erkenntnis: sie tun es, und zwar zum gefühlt ungezählten Male. Jetzt war es da, dieses Mühlrad, dieses monotone Plätschern eines schier endlosen Kreislaufs. Jetzt war sie da, diese unsere Allegorie des immer Gleichen.

Schneller Text und langes Malen

Gut, also der Titel war da, die Grundidee fühlte sich schon nach einer brauchbaren Geschichte an, also los. Zuerst wurde ein Theaterstück verfasst. Dialoge, Szenerien, Regieanweisungen, alles fertig in nur drei Wochen. Was für ein Start. Dann erste Bildentwürfe, Gesichterstudien, Tusche auf Papier, Szene für Szene, Woche für Woche, KI frei und per Hand. Ein Jahr verging. Jetzt noch zwei Pseudonyme und ein erster Probedruck. Fertig.

Jetzt war Ischgl 2020 plötzlich das pure Mittelalter

Und so haben wir, d.h. jetzt unsere Alter Egos Le Fou und Schweinsbratl, bekannte Situationen und Persönlichkeiten aus der Corona Pandemie auf eine Zeitreise geschickt, sozusagen in das Mittelalter transferiert und damit die Frage geklärt: Bewegen wir uns eigentlich vorwärts oder letztendlich doch nur im Kreis? „Das Mühlrad“ gibt die Antwort darauf – versprochen!